Vertretungen in Deutschland und
weiteren europäischen Ländern
sind nicht gekennzeichnet.
Sequentia
1977 durch Benjamin Bagby und die verstorbene Barbara Thornton (1950 – 1998) gegründet, zählt Sequentia zu den innovativsten und international am meisten geschätzten Ensembles für Musik des Mittelalters. Unter der Leitung von Benjamin Bagby blickt Sequentia nun auf eine mehr als dreißig Jahre andauernde Arbeit zurück. Diese umfasst internationale Konzertreisen, eine umfangreiche, das gesamte Mittelalter umspannende Liste von Veröffentlichungen auf Tonträ-
gern, darunter das Gesamtwerk der Hildegard von Bingen, sowie Film- und Fernsehproduk-
tionen mit mittelalterlichen Musikdramen. Außerdem zogen Mitglieder des Ensembles eine neue Generation von jungen Musikern in professionellen Ausbildungskursen heran.
Das Ensemble trat bisher in ganz Europa, in Nord- und Südamerika, in Indien, im Mittleren Osten, in Asien, Afrika sowie Australien auf und konnte zahlreiche Auszeichnungen für viele seiner 31 Einspielungen bei der BMG Deutsche Harmonia Mundi, bei Marc Aurel Edition und anderen Labels entgegennehmen, darunter einen Disque d’Or, mehrere Diapasons d’Or, zwei Edison-Preise, und den Deutschen Schallplattenpreis. Außerdem wurde das Ensemble für einen Grammy nominiert.
Jüngste Veröffentlichungen beinhalten das vielbeachtete Programm des Ensembles mit apo-
kalyptischen Gesängen („Endzeitfragmente“), mit Musik der isländischen Edda („Der Fluch des Rheingolds“) sowie der frühesten europäischen Lieder („Verschollene Lieder eines rheinischen Harfners“) und mittelalterlich liturgischen Gesang („Chant Wars“, eine Koproduktion mit dem Pariser Ensemble Dialogos). Sequentia hat über 60 innovative, weltweit präsentierte Konzert-
programme geschaffen, welche das gesamte Spektrum der mittelalterlichen Musik ausloten, zusätzlich zur Durchführung von mehreren großen Musiktheaterprojekten, wie Hildegard von Bingens „Ordo Virtutum“, dem Cividale „Planctus Mariae“, der Bordesholmer Marienklage, Heinrich von Meissens „Frauenleich“ und der mittelalterlichen isländischen Edda. Die Arbeit des Ensembles wird zwischen einem kleineren Ensemble mit Gesangs- und Instrumentalsolisten für die Konzertreisen und einem Männerstimmenensemble für ein- und mehrstimmige Gesänge aufgeteilt. Nach 25 Jahren Köln ist der Sitz des Ensembles nun Paris.
BENJAMIN BAGBY
Der Sänger, Harfenist und Mediävist Benjamin Bagby, den die mittelalterliche Musik schon in früher Jugend begeisterte, nimmt seit über 25 Jahren eine bedeutende Stellung im Bereich Aufführungspraxis mittelalterlicher Musik ein. Seit 1977 widmete sich Benjamin Bagby fast ausschließlich der Forschungs-, Aufführungs- und Aufnahmetätigkeit von Sequentia. Zusätzlich beschäftigt sich Benjamin Bagby intensiv mit solistischen Aufführungen von angelsächsischer Dichtung in mündlicher Überlieferung: eine vielbeachtete bardische Aufführung des „Beowulf“ Epos wurde weltweit gehört und 2007 als DVD veröffentlicht. In Ergänzung zur Entwicklung von Programmen für Sequentia und der damit verbundenen Forschungsarbeit hat Benjamin Bagby als Autor über mittelalterliche Aufführungspraxis geschrieben und aus-giebig veröffentlicht. Als Gastprofessor und Dozent hat er Kurse und Workshops in ganz Europa und Nordamerika gegeben. Momentan unterrichtet er mittelalterliche Aufführungspraxis an der Sorbonne, Uni-
versität Paris.
Le Monde de la Musique, Mai 2004
CD 'Lost Songs of a Rhineland Harper'
„In the supple interpretations given to these songs, we hear already the charm (… ) whether in songs borrowing from mythology or in the sung rounds with their explicitly erotic allusions, we encounter a range of medieval Latin song much more open than we might suspect. (…) Each of the three singers provides a different key of access: the playful theatricality of Bagby is contrasted with the at times almost exclusively abstract vocal timbre of Eric Mentzel; it is the soprano Agnethe Christensen who succeeds with the most moving depiction …"
Diapason, Mai 2004
CD 'Lost Songs of a Rhineland Harper'
„This is an improbable subject, and yet: voilà! After all, this isn't Bagby's first effort. Having 'invented' the musical declamation of the epic texts of the 'Edda' and 'Beowulf', he now turns his attention to Latin poems (… ) There remains the musical pleasure itself: this recital is magnificently varied, at times warlike and fierce, at times dreamy and nostalgic. To sum up: Bagby makes the best possible use of the interpretive liberty which such a project offers, situated as it is in the interstices of historical knowledge."
Classica / Repertoire, Mai 2004
CD 'Lost Songs of a Rhineland Harper'
„One could plunge into the excellent booklet to follow the tracks of his [Bagby's] musical reconstructions, and yet the essential thing is to sense how the musical solutions truly support the texts. One is as easily carried away by the vehemence of the storyteller (…) Sequentia (… ) in its choice of texts, but also in its research and its musical reconstructions, installs itself in a universe much more refined, and also much more jubilant [in comparison with the ensemble 'Diabolus']."
Kölner Stadt-Anzeiger, 30. März 2004
„... Benjamin Bagby wirkte wie die Inkarnation eines Wandermusikers, der lustvoll unterhält, mit Liebesliedern, Heldenepen und herzergreifenden Klagen. (...) alles andere haben die Experten nun rekonstruiert: Gesangslinien, instrumentale Akzente und Repertoire. (...) Ihr Ergebnis war jedenfalls hinreißend, der Vortrag spannend."
WestdeutscheAllgemeine Zeitung, 22. Mai 2002
„... hervorragend einstudierte Vokalmusik (...) wohltuend schöne Stimmen ...“
Neue Ruhr Zeitung, 13. Mai 2002
„Die weitschweifige, kunstvolle Vokallinie verströmten die Ausführenden mit leichten Stimmen ebenso authentisch und natürlich anmutend wie den erotisch prickelnden Dialog zwischen dem Verliebten und der 'süßesten aller Nonnen’ oder den kraftbetonten Lobgesang auf Kaiser Otto."
Milwaukee Journal Sentinel, 21. Oktober 2000
„The singers rushed with urgency to climaxes and slowed to near stasis for the contemplative insights. This wasn't souless chanting, this was singing, in clear, effortlessly resonant voices that sent an electric charge through the chapel's vast
well of air. The words blossomed in the air as they rose from the mouths of the singers. As they did, time stood still and a thousand years of music melted away. Why did anyone feel the need to make any more?"
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 22. Juli 2000
„Die drei Musikerinnen strahlten eine ungeheure Sicherheit und Natürlichkeit im Umgang mit dieser Musik aus. Beide Sängerinnen sind begabt mit einer atemberaubenden Stimme. Die Passagen, die sie zu zweit einstimmig vortrugen, waren von einer ungeheuren Kraft getragen und bekamen ekstatischen Charakter. Dabei waren die Stimmen beider Sängerinnen trotz schwierigster Verzierungen immer vollkommen zusammen, wie von einer dritten Person gesteuert."
Mitteldeutsche Zeitung, 18. Juli 2000
„Die exzellenten Protagonisten (...) zeigten sich innig vertraut mit dieser Musik, die sie in souveräner Beherrschung stilistisch makellos und mit berührender Emotionalität zu Gehör brachten. In feinsten Nuancen aufeinander eingehendes Zusammenspiel und in wechselnden Besetzungen reizvolle Farbigkeit verliehen den geistlichen und höfischen Stücken aus Frankreich und Spanien unwiderstehliche Ausdruckskraft. Beide Sänger boten vorzügliche Stimmkultur und entwickelten lebendige Korrespondenz in den für die Zeit signifikanten Wechselgesängen."
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