Francesca Scaini
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Francesca Scaini

Sopran

Francesca Scaini wurde im Friaul, im Nord-Osten Italiens, geboren. Dort wuchs sie auf und genoss eine frühzeitige musikalische Ausbildung. Bereits während ihres Klavierstudiums machte sie durch ihr Gesangstalent auf sich aufmerksam, und es war kein geringerer als der Komponist und damalige Direktor des Konservatoriums in Venedig, Davide Liani, der sie überzeugte, an seinem renommierten Institut Gesang zu studieren.

Parallel zu ihrer Gesangsausbildung studierte Francesca Scaini Musikwissenschaft an der Universität Cà Foscari in Venedig. 1992 graduierte sie als beste Studentin am Konservatorium Benedetto Marcello.

Während sie sich zunächst auf die Musik des Barock spezialisierte und in zahlreichen Konzerten und kleineren Produktionen mit Werken von Monteverdi und Vivaldi glänzte, vervollkommnete Francesca Scaini ihre Ausbildung bei Virginia Zeani, Franco Corelli und Alfredo Kraus an der Academia della Voce in Turin sowie an der Renata Scotto Opera Academy. Den Feinschliff für ihre Mozart-Interpretationen erhielt sie bei Claudio Desderi.

Francesca Scaini fand darüber hinaus in Sherman Lowe einen hervorragenden Lehrer und Freund, der, überzeugt von ihrem überragenden Talent, mit fundiertem Wissen und pädago-
gischem Geschick Francesca Scainis Stimme meisterhaft durch die wachsenden Herausfor-
derungen begleitete. Unter seiner Anleitung wuchs sie in ihr aktuelles Repertoire eines "lirico spinto" hinein und reiht seitdem einen Erfolg an den anderen.

Die Erfahrung in der Interpretation von Puccini und Verdi sammelte Francesca Scaini unter Dirigenten wie Yuri Ahronovich und Aldo Ceccato. Die Früchte dieser Zusammenarbeit erntete sie bei ihrem Debut als Cio-Cio San in Puccinis "Madama Butterfly" am Teatro Comunale in Treviso. Weitere bejubelte Auftritte folgten in Rovigo, Trient, Pisa und Cosenza.

Bald wurden viele Theater außerhalb Italiens und Künstler von Rang und Namen in der interna-
tionalen Musikwelt auf Francesca Scaini aufmerksam. So gab sie 1999 ihr Debut in Verdis Re-
quiem in Dänemark und wurde im gleichen Jahr von Brigitte Fassbaender zur Eröffnung der Spielzeit am Tiroler Landestheater Innsbruck eingeladen, die Desdemona in Verdis "Otello" zu singen. Zuschauer und Presse waren gleichermaßen voll des Lobes. Unvergessen das Urteil von Brigitte Fassbaender: "Francesca Scaini ist jetzt bereits eine der besten Sängerinnen ihrer Generation..." und "Es war ein immenser künstlerischer und persönlicher Zugewinn für das Tiroler Landestheater und für mich, mit einer solch wunderbaren, jungen Sopranistin zu arbei-
ten."

Ihren bislang größten Triumph feierte Francesca Scaini am 6. Oktober 2000 als Siegerin des Maria Callas-Wettbewerbs "New Voices for Verdi", dem wohl wichtigsten Gesangswettbewerb Italiens. Das Konzert der Preisträger am folgenden Tag wurde live in Radio und Fernsehen übertragen, und seitdem trägt Francesca - als beste von insgesamt 774 Bewerberinnen aus der ganzen Welt - den Titel "the only new voice for Verdi". Die Reaktionen von Agenten und Veran-
staltern, von Presse und Publikum waren überschwänglich.

Francesca Scaini war u.a. in den Rollen der Aida, Tosca, Donna Anna aus "Don Giovanni", der Leonora aus "Il trovatore" und der Elvira aus "Ernani“ am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, als Tosca und Jenufa an der Württembergischen Staatsoper Stuttgart sowie als Amelia in „Un ballo in maschera“ am Aalto-Theater in Essen zu hören und gestaltete in diesem Zusammenhang die zum Teil kontrovers aufgenommenen Inszenierungen eines Calixto Bieito, Willy Decker, Heinz-Lukas Kindermann oder Klaus Hilsdorf.

Francesca Scaini entwickelte zudem eine rege Konzerttätigkeit mit besonderer Vorliebe für die Messa da Requiem von Verdi. Viele Male sang sie das Werk unter der Leitung von Aldo Ceccato, u.a. in Odense, Graz, und Brno, des weiteren in Palermo, Bolzano, Innsbruck, Frankfurt (Alte Oper), Nürnberg, Köln (Philharmonie), Essen und Hamburg (Michel und Musikhalle).

In den letzten Jahren trat sie u.a. in "Don Giovanni" und "Cosí fan tutte" in Hannover, in Beet-
hovens "Ah, perfido" mit dem Orchestra Filarmonica di Malaga, als Ismene in "Idomeneo" in der Fassung von Richard Strauss beim Festival di Martina Franca, als Tosca an der Staatsoper Stuttgart sowie mit der Rolle der Rachel in "La Juive" von Fromental Halevy an der Opera de la Bastille in Paris unter der Leitung von Daniel Oren auf, mit der sie bereits 2005 die Spielzeit am Teatro La Fenice di Venezia eröffnet hatte. Im Sommer 2007 gastierte Francesca Scaini erneut beim Festival di Martina Franca, diesmal in der Rolle der Hérodiade in der französischen Fassung der “Salomé” von Richard Strauss.

Im Februar 2008 gab sie ihr Debut an der Mexikanischen Nationaloper sowie im Rahmen von zwei Galakonzerten des Mexico Philharmonic Orchestra in Mexico City, gefolgt von einer Serie von „Tosca“-Aufführungen an der Württembergischen Staatsoper Stuttgart. Im Frühjahr 2008 standen ferner eine Reihe von Aufführungen des Verdi-Requiems in Basel, Freiburg, Nürnberg und Frankfurt an, bevor sie im November 2008 mit dem Verdi-Requiem in den Hamburger Michel zurückkehrte.

Hamburger Abendblatt, 24. November 2003
"Hervorragend die Solisten, besonders Francesca Scaini, die wunderbar fein das 'Libera me' interpretierte: mehr als ein Grund also, heute um 20 Uhr noch mal ins Konzert zu gehen."

Neue Ruhr Zeitung, 13. September 2003
"Unter den Gesangssolisten war Francesca Scaini die Entdeckung des Abends, die durch bezwingende Interpretation die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Wie ein Fels stand sie in der Brandung zwischen Chor und Orchester, verströmte ihren Sopran mal mit strahlendem Nachdruck, mal in atemberaubend diszipliniertem Pianissimo."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 13. September 2003
"Unter den Gesangssolisten gab die Sopranistin Francesca Scaini ein gelungenes Debüt in Essen."

Kölner Stadt-Anzeiger, 26. November 2002
"Francesca Scainis Sopran, groß in allen Höhen und Tiefen, rührte im faden-schlanken Piano an, überstrahlte aber auch mühelos das Ensemble."

Opera News, Mai/Juni 2002
"... but it was Francesca Scaini's sassy Queen-Moll Donna Anna that really made the difference."

Opera International 261, Oktober 2001
"La distribution de jeunes réunie pour l' occasion est également excellente, à commencer par la Balkis de Francesca Scaini. Reine de Saba intense et passionée, elle fait valoir des moyens prometteurs de véritable 'falcon', soutenus par und bonne technique …"

La Stampa, 11. Oktober 2000
"Francesca Scaini, simbolo del canto italiano, raffinato, intelligente, storicamente colto, teso ad un alto fine interpretativo. Unica voce verdiana, scura, capace di 'filati' rarefatti, quella di Francesca Scaini (…) quela che più si addice al 'Callas'."

La Stampa, 8. Oktober 2000
"Francesca Scaini (…) ha conquistato il pubblico per la bellezza della voce, la tecnica, l'eleganza del fraseggio, la comprensione del testo musicale, la capacità di suscitare emozioni."

Kurier, 27. September 1999
"Es ist Desdemonas Abend: Francesca Scaini bewältigt die Partie mit Intensität, Innerlichkeit, absoluter stimmlicher Perfektion in Höhen und Tiefen. Zuweilen glaubt man Renata Tebaldi wiederzuhören."