Collegium Vocale Gent
* Generalmanagement
Vertretungen in Deutschland und
weiteren europäischen Ländern
sind nicht gekennzeichnet.

Collegium Vocale Gent -
Philippe Herreweghe

Das Collegium Vocale Gent errang in den mehr als 30 Jahren seines Bestehens weltweite An-
erkennung. Mit seinem Gründer Philippe Herreweghe war dieses Ensemble das erste, das in den 1970er Jahren die neuen Erkenntnisse zum Aufführungsstil von instrumentaler Barockmusik auf Vokalmusik übertrug.

Bald zeigten berühmte Interpreten wie Gustav Leonhardt, Ton Koopman oder Nikolaus Harnon-
court Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit dem flämischen Ensemble sowohl für Konzerte als auch für Aufnahmen. Darüber hinaus arbeitete das Collegium Vocale Gent mit Dirigenten wie René Jacobs, Sigiswald Kuijken, Paul van Nevel, Bernhard Haitink, Ivan Fischer, Marcus Creed, Daniel Reuss, Peter Phillips, Paul Hillier und mit Orchestern wie dem Freiburger Barockorchester, dem Concertgebouworkest Amsterdam, den Wiener Philharmonikern, dem Filharmonisch Orkest van Vlaanderen oder der Akademie für Alte Musik Berlin sowie Kammer-
musikensembles wie dem Prometheus Ensemble oder dem Ensemble Modern zusammen.

Das Repertoire beschränkt sich nicht auf eine Stilperiode. Das Ensemble lieferte bisher einen wichtigen Beitrag zur Wiederentdeckung zahlreicher polyphoner Werke aus der Renaissance, regelmässig stehen aber auch das klassische und romantische Repertoire sowie moderne Musik auf dem Programm. Das Kernrepertoire des Collegium Vocale Gent bleibt jedoch die deutsche Barockmusik, genauer gesagt die Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Zur Ausführung dieses Repertoires wurde Ende der 1980er Jahre das Or-
chester des Collegium Vocale Gent gegründet, das durch seine feste Beziehung mit dem Chor ein unentbehrliches Instrument bei der Ausführung dieser Musik geworden ist.

Das Collegium Vocale Gent ist mittlerweile regelmässiger Gast aller berühmten europäischen Festivals und gastiert in den USA, in Südamerika, Israel, Hong-Kong, Japan, Australien und Rußland.

Das Collegium Vocale Gent hat eine umfangreiche Diskographie: A-cappella sowie begleitet vom Orchester des Collegium Vocale Gent, dem Orchestre des Champs Elysées, dem Chor der Pariser Chapelle Royale und verschiedenen anderen instrumentalen oder vokalen Ensembles wurden im Laufe der Jahre mehr als 60 Aufnahmen realisiert, unter anderen für Harmonia Mundi France, Virgin Classics, Accent und Channel Classics.

Das Ensemble wird unterstützt von der Flämischen Gemeinschaft, der Provinz Ostflandern und der Stadt Gent.

PHILIPPE HERREWEGHE

Philippe Herreweghe wurde in Gent geboren. Er kombinierte ein akademisches Studium der Medizin und Psychologie mit einer musikalischen Ausbildung am Genter Konservatorium, wo er bei Marcel Gazelle Klavier studierte. Bereits während seiner Studienzeit beginnt Philippe Herre-
weghe, zu dirigieren, und gründet 1970 das Collegium Vocale Gent.

Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt laden Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent alsbald ein, an der Gesamteinspielung des Kantatenwerks von Johann Sebastian Bach mitzuwirken.

Nach und nach setzt sich Philippe Herreweghes rhetorisch geprägte Auslegung und lebhafte Interpretation der Barockmusik durch und wird weltweit gepriesen. 1977 gründet er auf Anregung von Philippe Beaussant in Paris das Ensemble La Chapelle Royale, mit dem er die Musik des französischen Goldenen Zeitalters aufführt. Seither gründet er noch weitere Ensembles, mit denen er sich einzeln oder zusammen dem gesamten Repertoire von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert widmet. So gibt es das Ensemble Vocale Européenne, spezialisiert auf die Werke der Renaissance-Polyphonie, und das Orchestre des Champs Elysées, gegründet 1991 in der Absicht, das romantische und vorromantische Repertoire auf Originalinstrumenten aufs Neue glänzen zu lassen.

Mit diesen Ensembles hat Philippe Herreweghe im Laufe der Jahre eine ebenso umfangreiche wie vielseitige Diskographie aufgebaut. Höhepunkte sind u.a. die Aufnahmen von Bachs vokalen Meisterwerken, wie der Matthäus- und Johannes-Passion, der h-moll-Messe und des Weih-
nachtsoratoriums, die großen Motetten von Rameau, Lully und Charpentier; die Requien von Mozart, Fauré und Brahms, Mendelssohns Oratorien "Elias" und "Paulus und Schönbergs "Pier-
rot Lunaire".

Von 1982 bis 2001 war Philippe Herreweghe künstlerischer Leiter des Festivals "Les Académies Musicales de Saintes". 1997 wurde er zum Musikdirektor der Königlich Flämischen Philharmonie in Antwerpen ernannt, mit der er bereits zahlreiche erfolgreiche Konzertreisen unternahm. Darü-
ber hinaus ist er ein gefragter Gastdirigent weltberühmter Orchester, darunter das Concertge-
bouworkest Amsterdam, die Wiener Philharmoniker und das Gewandhaus-Orchester Leipzig. Seit der Spielzeit 2008/09 ist Philippe Herreweghe ständiger Gastdirigent der niederländischen radiokamerfilharmonie.

Für seine kompromisslose künstlerische Haltung und sein nicht ständiges Engagement für die Musik erhält Philippe Herreweghe zahlreiche Anerkennungen. 1990 wird er von der europäische Musikpresse zur "Musikalischen Persönlichkeit des Jahres" erklärt. 1993 wird er zusammen mit dem Collegium Vocale Gent als "Kulturbotschafter Flanderns" nominiert, ein Jahr später erhält er den Orden "Officier des Arts et Lettres". 1997 verleiht ihm die Universität Löwen die Ehrendoktor-
würde und 2003 schließlich wird ihm in Frankreich der Titel "Chevalier de la Légion d’Honneur" zuerkannt.

Mitteldeutsche Zeitung, 2. September 2010
„Philippe Herreweghe, der mit dem Collegium Vocale Gent die h-moll-Messe zum erwarteten Ereignis werden ließ, war der eigentliche Protagonist des Abends [bei den Bach-Festtagen Köthen]. Der Belgier zählt zu den großen Bach-Interpreten unserer Zeit und ist mit seinem auf Balance und Proportion bedachten Stil vielleicht der ideale Dirigent für das 1746-1748 vollendete Spätwerk (...) Auf die Geschlossenheit kommt es an. Sie stellte Herreweghe mit seinen atem-
beraubend aufeinander eingespielten Sängern und Instrumentalisten ganz in den Vordergrund. Er breitete, vom 'Kyrie' am Anfang bis zum 'Agnus Dei' am Schluss sanft schimmernde Klang-
flächen aus, die durch gezielte Akzente Struktur bekamen."

Frankfurter Rundschau, 30. März 2010
„... zu den Bach-Konzerten in der Alten Oper Frankfurt,  bringt er [Philippe Herreweghe] sogar die Matthäus-Passion mit. Er gibt sie schlank und (...) geradezu zeitlos modern. Zwei je zwölf Sänger umfassende Chöre sind links und rechts auf der Bühne postiert. Aus ihnen erwachsen, auch das eine inzwischen bewährte Tradition, die Solisten (...) Kein Theater weit und breit, aber eben auch kein karger Morgengottesdienst. Dafür sorgt das Collegium Vocale  Gent, einer der besten Chö-
re, den Herreweghe vor 40 Jahren gründete. Was hier in den Chorälen an Zuversicht und Trost hörbar wird, ist atemberaubend. Und wie sehr Herreweghe sofort eine Einheit aus Chor und Or-
chester formt, wie präsent die Musik vom ersten Takt an ist, das macht ihm keiner nach."

Wiesbadener Kurier, 30. März 2010
„So war es Herreweghe selbst, der dieser 'Matthäuspassion' Geschlossenheit und Stringenz verlieh. Selten hat man so deutlich das Gefühl, stets das richtige Tempo zu hören (...) auch das mag eine Kunst sein: Bei so unterschiedlichen technischen Standards eine Aufführung von großer Geschlossenheit und Intensität gelingen zu lassen, wie es Herreweghe gelungen ist."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. März 2010
„Zu Gast in der vom Verein Frankfurter Bachkonzerte in Kooperation mit der Alten Oper veranstal-
teten Reihe waren Solisten, Chor und Orchester des Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe [mit Bachs Matthäus-Passion BWV 244]. Was an ihrer Interpretation faszinierte, waren nicht allein der hohe vokale und instrumentale Standard der Interpreten, was zu zahlreichen beglückenden Momenten führte. Es war die völlig unaufgeregte, selbstverständ-
lich und logisch anmutende Ausgewogeneheit des Gesamtkonzepts: Die Kontemplation der Arien, die das Geschehen beruhigenden Kommentare der Choräle, die Dramatik der Chorein-
würfe, der fließend erzählende Charakter des Evangelisten - all dieses wuchs in idealer Weise organisch auseinander hervor (...) Der exzellente Auswahlchor und die nicht minder überzeugen-
den Instrumentalisten aus Gent wirkten präzise, frisch und stimmungsschön."

Frankfurter Neue Presse, 29. März 2010
„Herreweghe freilich ist (...) eher ein Mann, der das 'Poetische', die Stimmung sorgfältig aus-
balanciert, bei aller Konsequenz ohne Verhärtungen, ohne Manierismen. Nicht äußere Dramatik, sondern Geschlossenheit. Die beiden Chorgruppen, durchaus schlank besetzt, machen dies deutlich. Sie erweisen sich als schlagkräftig (...) und elastisch zugleich, mit Substanz und nie 'dünn' im Klang. Und nicht von Phrasierungsextremen belastet."

The Boston Globe, October 2008
„Kristian Bezuidenhout and the Collegium Vocale Gent might have performed together for 20 years, so perfectly in synch were they in Saturday's all-Haydn concert in the Boston Early Music Festival. (...) The Collegium Vocale is one of the great small choirs of the world (...) Their beautifully blended, balanced sound is a magnificent thing ..."

Kölner Stadt-Anzeiger, 20. Dezember 2007
„... die Genter Vokalisten, die ganz aus dem Geist der Sprache agierten, mit gemeißelter Artikulation und gestochenen Koloraturen.“

Frankfurter Neue Presse, 9. November 2007
„Herreweghe fördert in allem diese Leichtigkeit, ja Unbeschwertheit (...) Fazit ist ein vorzüglich leichter Tonfall im Orchester und eine Erlesenheit der Singstimmen, die man geradezu alle nennen müsste.“

Frankfurter Rundschau, 9. November 2007
„Fast entrückt wirkte seine Musik da manchmal, jede Aufführung eine Art Bach-Meditation. (...) Bach, sagte Herreweghe einmal, sei für ihn ein 'Quell reinen Wassers’. Heute Abend war das wieder zu hören.“

Frankfurter Neue Presse, 22. Februar 2006
„Der Belgier und sein Collegium gehören zu den Pionieren der Originalklang-bewegung, nicht zu den radikalen, so doch zu den entscheidneden, das ist bis heute so geblieben. (...) Noch einmal bestach hier der Chor durch Durchsichtigkeit und rhythmische Prägnanz, das Orchester durch farbige Klanglichkeit und Flexibilität."

Frankfurter Rundschau, 22. Februar 2006
„Der 16-köpfige Chor - zur Zeit seiner Gründung in den Siebzigern übrigens der erste, der das Wissen um die barocke Sangesstilistik in die Praxis umgesetzt hat - ist noch immer die Referenz in Bezug auf Reinheit, Präzision und Eleganz. Gerade die Buxtehude-Kantate 'Nimm von uns, Herr' gab als reine Chorkantate bestes Beispiel dafür, was 16 perfekt geführte Stimmen leisten können."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Februar 2006
„... genau das taten auch die 16 ausgezeichneten Sängerinnen und Sänger des seit 1970 bestehenden Vokalensembles mit dem Gründer und Leiter Philippe Herreweghe in ihrem ausgewogenen Klangbild, das unauffällig männliche und weibliche Altstimmen vereint."

Hamburger Morgenpost, 8. November 2004
„Zum glorreichen Finale des Bachfests erklangen in St. Michaelis schließlich drei weltliche Bachkantaten. Unter der Leitung von Sigiswald Kuijken liefen das Collegium Vocale Gent und das Freiburger Barockorchester zur absoluten Höchstform auf. Hier wurde die Musik eines großen Komponisten lebendig und mitreißend gefeiert."