Vertretungen in Deutschland und
weiteren europäischen Ländern
sind nicht gekennzeichnet.
La Petite Bande -
Sigiswald Kuijken
La Petite Bande wurde im Jahre 1972 von Sigiswald Kuijken im Auftrag der Deutschen Harmonia Mundi für eine Aufnahme von Lullys "Le Bourgeois Gentilhomme" unter der Leitung von Gustav Leonhardt gegründet. Lullys eigenes Orchester am Hofe Ludwig XIV. war der Namensgeber des Ensembles, dem heute international renommierte Spezialisten der historischen Aufführungs-
praxis angehören. Das Ziel von La Petite Bande bestand darin, die Musik mit Barockinstrumen-
ten und authentischen Spieltechniken und -stilen wieder aufleben zu lassen, um ein Klangbild und eine Interpretation zu erhalten, die originalgetreu sind, ohne dabei in einen trockenen Aka-
demismus zu verfallen.
Der Erfolg der Aufnahme war so groß, daß das Orchester regelmäßig zu Konzerten eingeladen wurde und sich schließlich zu einem festen Ensemble zusammenschloß. Inzwischen hat sich sein Repertoire auf den italienischen und deutschen Barockstil sowie auf die Klassik, über-
wiegend Mozart und Haydn, ausgeweitet. Seit der Gründung ist Sigiswald Kuijken der ständige Leiter des Ensembles, wobei er gelegentlich von Gustav Leonhardt unterstützt wird.
La Petite Bande verfügt über eine umfangreiche Diskographie, die sowohl Oratorien und Opern als auch Instrumentalmusik des Barock und der Klassik enthält, darunter Opern von Rameau, Händel und Gluck (Orfeo), die h-moll-Messe, Kantaten, das Weihnachtsoratorium, das Magnificat und die Passionen von Johann Sebastian Bach, seine Brandenburgischen Konzerte, Orchester-
suiten und Violinkonzerte, die Schöpfung, die Jahreszeiten sowie mehr als zwanzig Symphonien von Joseph Haydn und nicht zuletzt das Requiem, Davidde Penitente und die Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart. Die 1993 erschienene Live-Aufnahme von "Cosí fan tutte" erntete höchstes Lob der Fachpresse, gefolgt von den Aufnahmen des "Don Giovanni" im Jahre 1996 und "Die Hochzeit des Figaro" 1999. La Petite Bande spielt weiterhin regelmäßig CDs für BMG (Deutsche Harmonia Mundi), Denon, Accent und Hyperion ein.
Inzwischen widmet sich das Ensemble bis 2010 der Einspielung einer Auswahl von Bach-Kantaten in Zusammenarbeit mit der Plattenfirma Accent.
La Petite Bande hat bei zahlreichen Festivals mitgewirkt und war bereits zu Gast in allen großen internationalen Konzertsälen sowohl in Europa als auch u.a. in Japan, China, Australien und Südamerika.
Das Ensemble wird von der Flämischen Gemeinschaft Belgiens und der Provinz Vlaams-Brabant strukturell unterstützt. Seit 1997 ist La Petite Bande ständiger Gast der Stadt Leuven.
SIGISWALD KUIJKEN
Sigiswald Kuijken wurde 1944 in Brüssel geboren, studierte am Konservatorium von Brügge Violine und schloss sein Studium am Brüsseler Konservatorium 1964 bei Maurice Raskin ab. Sehr früh interessierte er sich gemeinsam mit seinem Bruder Wieland für alte Musik und erlernte als Autodidakt die Instrumental- und Interpretationstechniken des 17. und 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1969 stellte er die historisch fundierte Art Barockgeige zu spielen vor: das Instrument wurde nicht mehr zwischen Kinn und Schulter geklemmt, sondern frei auf dem Hals aufgestützt, was wichtige Auswirkungen auf die Interpretation des Violinrepertoires hat. Zahlreiche Geiger übernahmen übrigens diese Technik vom Beginn der siebziger Jahre an.
Zwischen 1964 und 1972 war Sigiswald Kuijken – gemeinsam mit Wieland Kuijken, Roberet Kohnen und Janine Rubinlicht – Mitglied des Brüsseler Ensembles Alarius, mit dem er ganz Europa und die Vereinigten Staaten bereiste. Danach widmete er sich insbesondere der Kammermusik und musizierte besonders mit seinen Brüdern Wieland und Barthold, aber auch mit Gustav Leonhardt, Robert Kohnen, Anner Bylsma, Frans Brüggen und René Jacobs.
Auf Anregung von Gustav Leonhardt und der Deutschen Harmonia Mundi gründete Sigiswald Kuijken im Jahre 1972 La Petite Bande, ein Barockorchester, das seitdem in Europa, Australien, Nord- und Südamerika, China und Japan gastierte und zahlreiche Aufnahmen für verschiedene Plattenfirmen (Deutsche Harmonia Mundi, Seon, Accent, Denon, Hyperion) eingespielt hat.
Im Jahre 1986 gründete er das Kuijken Streichquartett (mit François Fernandez, Marleen Thiers und Wieland Kuijken), das sich der klassischen Quartettliteratur und mit Ryo Terakado als zusätzlichem Bratscher auch Quintetten widmet. Bei der Firma Denon sind seither Werke von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart in Quartett- und Quintettbesetzung erschienen.
Sigiswald Kuijken hat am Königlichen Konservatorium von Den Haag von 1971 bis 1996 Barockgeige unterrichtet und setzt diese pädagogische Tätigkeit seit 1993 am Königlichen Konservatorium in Brüssel fort. Im übrigen ist er ein äußerst geschätzter Gastprofessor unter anderem am London Royal College of Music, an der Universität von Salamanka, an der Acca-
demia Chigiana, dem Conservatoire von Genf und der Musikhochschule in Leipzig.
Seit 1998 leitet Sigiswald Kuijken als Gastdirigent zunehmend auch “moderne” Symphonie-
orchester, u. a. das Orchestre National de Bordeaux & Aquitaine, das Koninklijk Filharmonisch Orkest van Vlaanderen oder das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart vornehmlich mit roman-
tischem Repertoire.
Köln-Bonner Musikkalender, Oktober 2011
„Das Ensemble ist sehr klein besetzt, das Geflecht der Stimmen erscheint so ganz durchsichtig und von kammermusikalischer Transparenz. Für die 'Sommerliche Abendmusik' hatte La Petite Bande ein Haydn-Programm mit Konzerten und Divertimenti mitgebracht - und servierte es delikat und kommunikativ wie ein Streichquartett. Klanglich passte das alles vorzüglich in den etwas zur Überakustik neigenden Raum im Treppenhaus des Brühler Schlosses."
Kölner Stadt-Anzeiger (Rhein-Erft), 29. August 2011
„Die Divertimenti und Konzerte von Haydn, aus denen sich an diesem Abend das Programm im Brühler Schloss zusammensetzte, spielte die belgische Gruppe (...) in kleinster Besetzung. [Sigiswald] Kuijken führt vom ersten Pult und ist jederzeit im Zentrum des Geschehens (...) Sein Spiel ist leicht und trocken, aber doch beredt und mit von großem Wissen fundiertem Tiefgang ..."
Bonner General-Anzeiger, 29. August 2011
„Wie locker und leicht nämlich Joseph Haydn Ideen aus dem Ärmel schüttelt, für Abwechslung sorgt und gleichzeitig satztechnische Finessen bietet, zeigte jetzt Sigiswald Kuijkens (...) La Petite Bande beim Haydn-Festival auf Schloss Augustusburg. Drei Divertimenti erwiesen sich als wahre Fundgrube von Einfällen und Pointen (...) Sigiswald Kuijken, einer der Ahnherren der Originalklangbewegung, absolvierte den Solopart unprätentiös, ohne Imponiergehabe, dafür mit viel Geschmack."
Fono Forum, Juni 2010
„Sigiswald Kuijken verfolgt seit einiger Zeit das Ziel, die Vokalwerke von Bach (...) in solistischer Besetzung aufzuführen. Ein weiterer Höhepunkt nach der Aufnahme der h-moll-Messe 2008 ist nun die 'Matthäus-Passion' [mit La Petite Bande] (...) Nichts ist verwaschen oder verdunkelt. Und trotzdem fehlt dieser Nummer nichts an Klanglichkeit und Fülle. Wenn schon in den Sätzen, wo normalerweise die mit Großchor besetzen Aufführungen ihre Stärken haben, Kuijken eine über-
zeugende Alternative bietet, so gelangen erst recht die solistischen Nummern in ein ausbalan-
ciertes madrigaleskes Musizieren; die Bassarie 'Komm süßes Kreuz', in der Kuijken die Solo-
gambe selbst spielt, ist ein Musterbeispiel an vokal-instrumentaler Verständigung. Oder in der Schlusspartie des ersten Teils 'So ist mein Jesus nun gefangen' fügt sich alles - Sopran und Alt aus dem ersten Vokalquartett und das zweite Quartett plus Instrumente - zu einem tiefenscharfen und farbprägnanten Gemälde."
Concerto, April/Mai 2009
„Sigiswald Kuijken hat eine solche Einspielung in dieser klangschönen Produktion realisiert [Claudio Monteverdi: Vespro della Beata Vergine], wobei er die einzelnen Stücke in ihrer Unter-
schiedlichkeit belässt (...) so dass die Balance über die gesamte Vesper hin gewahrt bleibt. Das Resultat ist ein äußerst transparenter und leichter, fast kammermusikalischer Klang. (...) In ihrer Konsequenz ist diese Einspielung ebenso beeindruckend wie in der souveränen musikalischen Darbietung. Die insgesamt elf Vokalsolisten singen äußerst präzise und erreichen einen fein ausgewogenen Vokalklang ..."
Diaposon, Oktober 2007
„… Kuijken propose tout autre chose, uns façon unique aujourd’hui de transmettre le texte des cantates avant le chant, comme si l’énergie venait du mot pour irradier la phrase là où d’autres partent des lignes et les articulent. (...) les quatre solistes se montrent à la hauteur d’une partition dont la poésie suggestive et la vigueur rythmique sont parfaitement défendues. "
Traunsteiner Tagblatt, 7. Juli 2007
„Die kostbare und in ihrer Gestaltung filigrane Kantate 'Meine Seele erhebet den Herrn' (BWV 10) kam sehr lebendig in einem vital-selbstverständlichem Drive."
Passauer Neue Presse, 30. Juni 2007
„Beispielhaft für den Interpretationsansatz des Leiters Kuijken sind die Choräle: In fast zärtlichem Gleichmaß lässt das Orchester sie dahinströmen, in warmen Glanz getaucht von den herrlichen Oboen, rhythmisch getragen von der exzellent disziplinierten und vorwärts drängenden Bass-
gruppe."
Hamburger Abendblatt, 4. Oktober 2006
„Schmackhaft, diese Aufführungspraxis, ohne Geschmacksverstärker und Farbstoffe."
Die Welt, 4. Oktober 2006
„Jeder sieht und hört jeden, jeder seiner famosen, solistisch besetzten Musiker versprüht die unbändige Spiellust, musikalische Gedanken verschmiltzt weiterzureichen."
Frankfurter Neue Presse, 14. August 2005
„Das Instrumentalensemble zeigt mit zartem barocken Strich, dass es seit vielen Jahrzehnten zu den besten der Sparte gehört. Die technische Fertigkeit der Bläser auf ihren schwierig zu spie-
lenden Originalinstrumenten waren immer wieder frappierend. So wurde dieser Abend abseits der üblichen Konzertstätten im Rheingau zu einem absoluten Höhepunkt."
Die Rheinpfalz, 8 August 2005
„Der strenge und konzise Bach-Stil der 'niederländischen Schule', zu deren prägenden Vertretern Sigiswald Kuijken seit Jahrzehnten gehört, erwies sich in diesen Wiedergaben als ideal für eine gerade in ihrer Schlichtheit und untrüglichen Konsequenz unbedingt authentischen Realisierung dieser Musik."
Rhein-Zeitung, 8. August 2005
„Kuijken, selbst an der Geige musizierend, interpretierte den detailreichen und stark lautmale-
rischen Tonsatz mit Schwung und doch voller Sensibilität. Unisono schwangen seine Musiker mit ihm und boten eine packende Leistung. 'La Petite Bande' realisierte jede Kantate mit vier Gesangssolisten statt eines Chores und bewegte sich damit auf der Höhe der Forschung."
Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 29. September 2004
„Dem hohen Standard der 'Festlichen Tage Alter Musik' im Kloster Knechtsteden entsprechend, endete das bedeutende Festival ... mit einem umjubelten Konzert des belgischen Kammer-
orchesters 'La Petite Bande'. (...) Diesem Credo wurde das Ensemble auf beglückende Weise gerecht... Sigiswald Kuijken, Dirigent und Konzertmeister, hatte kaum Mühe, seine mit Verve und Enthusiasmus agierenden Instru-mentalisten zu höchster Präzision und prachtvoller Klangentfaltung anzuhalten."
Münster, Observantenkirche / Evangelische Universitätskirche
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Detmold, Konzerthaus der HfM
88. Bach-Fest der Neuen Bach-Gesellschaft
Johann Sebastian Bach:
Konzert für Violine a-moll BWV 1041
Konzert für Cembalo E-dur BWV 1053
Tripelkonzert a-moll BWV 1044
Suite h-moll BWV 1067
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