Huelgas Ensemble
* Generalmanagement
Vertretungen in Deutschland und
weiteren europäischen Ländern
sind nicht gekennzeichnet.

Huelgas Ensemble -
Paul Van Nevel

Wer in den 1970er Jahren je die Möglichkeit hatte, eines der ersten Konzerte von Paul Van Nevel und seinem damals noch sehr jungen Huelgas Ensemble zu erleben, der spricht heute noch davon. Zwei Begriffe drängen sich in diesem Zusammenhang auf: Erschütterung und Begeiste-
rung!

Die Begeisterung bleibt erhalten, auch noch nach mehr als drei Jahrzehnten. Die Erschütterung, die durch das Anhören dieser eigenartigen, neuen Klänge der viele Jahrhunderte alten Musik hervorgerufen wurde, hätte mit der Zeit langsam verblassen können. Das tat sie aber nicht. Denn das Huelgas Ensemble versagt es seinem Publikum, sich einfach auszuruhen, es fordert es vielmehr, sich immer wieder mit bisher unbekanntem Repertoire ebenso unbekannter alter Meister auseinander zu setzen. Nie wurden Paul Van Nevel und seine Sänger müde, nie hatte das Publikum genug, auf diesem eingeschlagenen Weg fortzufahren.

Als das Ensemble vor einigen Jahren zum ersten Mal in New York auftrat, schrieb die maß-
gebende "News Day" von einem "Präzisionsinstrument" und meinte, dass die New Yorker nun endlich begreifen konnten, was sie so lange vermisst hätten. Die "New York Times" nannte das Ensemble schlicht und ergreifend "superb". Dies sind nur zwei kleine Beispiele des Kritikerlobs, das die Gazetten in den Vereinigten Staa-ten, in Japan und natürlich in ganz Europa füllt, sei es nun in Saintes, Brüssel, Lille, Paris, Köln, Hamburg, Berlin oder Klagenfurt.

Paul Van Nevel wird des öfteren als ein musikalischer Detektiv, ein Hercule Poirot, bezeichnet. Gut die Hälfte seines Lebens forschte und recherchierte er in Bibliotheken.

Du dringst in den Kerker des Papiers ein,
Du übst die Geduld eines Schlüssels,
Und aus dem Käfig der Notenlinien
Lässt du Europas Stimmen frei!

So heißt es in einem ihm, dem illustrissimus magister polyphoniae, gewidmeten Gedicht!

Dank Paul Van Nevels unermüdlicher Arbeit an jahrhundertealten Manuskripten wurden Namen wie Nicolas Gombert, Claude Le Jeune, Johannes Ciconia, Pierre de Manchicourt und vieler anderer Komponisten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Diese Forschung und die genaue Kenntnis der Aufführungspraxis der Mu-sik in Mittelalter und Renaissance sind die Grundlagen der geradezu wissenschaftlichen Präzision, mit der das Huelgas Ensemble an die Interpretation Alter Musik heran geht.

Zum Einen hat sich Paul Van Nevel die alte Notation von Text und Musik zu Eigen gemacht, zum Anderen wird die Musik in ihrem zeitlichen Umfeld angesiedelt. In diesem Zusammenhang bilden die Rhetorik- und Temperamentlehre von Albertus Magnus, dem großen Scholasticus des Mittelalters, sowie das "teatro della memoria" (Gedächtnistheater) des Italienischen Humanisten Giulio Camillo Delminio wesentliche Grundlagen. Ferner erforscht Paul Van Nevel stets die literarischen Inkunablen der jeweiligen Zeit, der die von ihm ausgewählten Komponisten angehörten.

Am Gesang des Huelgas Ensembles fasziniert vor allem die außergewöhnliche Klarheit. Die zwölf Stimmen kommen einzeln, jede für sich, zu ihrem Recht, aber genau dadurch liefern sie einen Beitrag zum ausgewogenen, manchmal kräftigen, manchmal zarten, mitunter auch leidenschaftlichen Ganzen. Der Klang des Ensembles ist überirdisch und zugleich diesseitig.

Die vielen Auszeichnungen, mit denen Paul Van Nevel und sein Ensemble regelmäßig geehrt wurden, verwundern demzufolge nicht, u.a. erhielten sie den Cecilia-Preis der Belgischen Musikpresse, den Choc de l'Année von "Le Monde de la Musique", den Edison-Preis, den Cannes Classical Award für Alte Musik, den Prix in honorem der "Académie Charles Cros", eine Auszeichnung der Europäischen Rundfunkgesellschaft und des Kanadischen Rundfunks. CD-Aufnahmen, die das Huelgas Ensemble regelmäßig für Sony Classics (Vivarte) und Harmonia Mundi aufnimmt, dürften in der Sammlung eines jeden wahren Musikliebhabers zu finden sein.

Jedes Mal, wenn das Huelgas Ensemble seine Stimmen erhebt, ist es ein Erlebnis. Das Publikum wird einerseits verzaubert, andererseits in Staunen versetzt über Europas seltsam vertraute und bewegende Schönheit, die zum Vorschein kommt, wann immer Paul Van Nevel sie zum Leben erweckt.
 

Kölner Stadt-Anzeiger, 30. Juni 2009
„Zumal Paul van Nevels international besetztes Huelgas Ensemble die Gebete wunderbar sub-
limiert sang, als Musik ohne Erdenrest [Romanische Nacht]."

Die Welt, 23. Oktober 2008
„... um das einzigartige Portraitkonzert des Huelgas Ensembles (...) zu genießen. (...) Mit einem Lobgesang der Maria (...) führte sich das edle Ensemble gerader, vibrato-scheuer und affekt-keuscher Solostimmen, die sich mal zu chorischer Fülle, mal in fünf- bis siebenstimmiger Schlankheit mischen, so begeisternd ein, dass der Maestro Mühe hatte, den störend aufkom-
menden Beifall zu bremsen.“

Hamburger Morgenpost, 29. Juli 2007
„Und wie so oft sind die, die man nicht kennt, die Besten. (...). Man staunt, wie differenziert die drei Frauen und neun Männer das hochsensible Stimmgeflecht im Sanctus und Agnus Die aus Manchicourts 'Veni Sancte Spiritus' entfalten, wie charakteristisch die einzelnen Stimmen auf-
leuchten und dennoch ein herrlich runder Gesamtklang entsteht.(...). Anmutig schweben die feinen, vielstimmig verästelten Gotteshymnen durch den Kirchensaal und machen – wie das Bouquet eines edlen Weins – Lust auf mehr."

Kieler Nachrichten, 28. Juli 2007
„Erstaunlich ist dabei die klangliche Transparenz des Ensembles, in dem jede Stimme wahr-
nehmbar ist – und in dem die Sänger trotz höchster Homogenität stets als Individuen präsent bleiben. (...). Auf einen kurzen Moment Stille folgen Applaus und Bravi für einen faszinierenden Abend voller Zukunftsmusik aus lang vergangenen Tagen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. August 2005
„Wie vital, differenziert, dramatisch und klangfarbenreich die polyphone Musik des Mittelalters und der Renaissance klingen kann und uns damit ebenso zu rühren vermag wie ein Schubert-Lied, hat in der Kathedrale Saint Pierre vor allem das famose Huelgas Ensemble des umtriebigen Dirigenten, Musikforschers, Universitätsprofessors und Herausgebers Paul Van Nevel (...) de-
monstriert. Das Vokalensemble (...) besteht aus wunderbar intonierenden zwölf Solisten, die in ständig wechselden Zusammensetzungen einen geradezu seraphischen Klang produzieren. Ausdrucks-stärkeres Musizieren scheint kaum vorstellbar: natürlich phrasierend, formvollendet, berückend klangschön im polyphonen Stimmgeflecht."

Hamburger Abendblatt, Januar 2002
„Die differenzierten Interpretationen der flämischen A-capella-Gruppe bieten ein außergewöhn-
liches Hörerlebnis."

Fränkische Landeszeitung, 20. August 2001
„Das Huelgas Ensemble ist über jeden Zweifel erhaben. (...) Hinreißend, sublim und souverän gesungen (...) Lichter Sphärenklang, goldschillerndes Stimmgeflecht, zum Zerbersten gespannte Chromatik. Wogende Lebendigkeit, strömende, anschwellende Klangpracht. Leuchtende Inten-
sität. (...) bringt das Huelgas Ensemble Wort und Ton, Ausdruck und Satzkunst in eine genau ausgehörte Balance. Perfekt."

Nürnberger Nachrichten, 20. August 2001
„Dessen herausragende Interpretationen uralter Volkalpolyphonie (...) den im Timbre perfekt aneinander geschmiegten, harmonisch geschichteten Stimmen ..."

Leverkusener Anzeiger, 15. März 2001
„Das Hörerlebnis (...) war tief beeindruckend. (...) Die Stimmen erinnerten an alte Instrumente (...) ungeheuer suggestiv in ihrer Diszipliniertheit und perfekten Technik. (...) Die Disziplin blieb, die Intonation wurde aber weicher und wärmer, die Dynamik fast dramatisch. Die große Zuhörer-
schaft dankte begeistert für einen herausragenden Abend."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 23. Mai 2000
„Mit hohem gesangstechnischem Können folgten sie Paul van Nevels eindringlichen dirigen-
tischen Suggestionen. Präzise intonierend ergab sich daraus eine durchdachte ruhige Bewe-
gung von Werk zu Werk."