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Ingrid Haebler

Klavier

Zu Ehren von Ingrid Haebler hat das Label Decca unter dem Titel „The Philips Legacy“ im Sommer 2022 eine Gesamtausgabe aller Philips-Einspielungen veröffentlicht, die die große Dame des Klavierspiels - vom Pariser ’Figaro’ einst als „Madame Mozart!“ bezeichnet - je auf-
genommen hat. Die Edition enthält 58 CDs, von denen einige geradezu legendär geworden sind.

Am 20. Juni 1929 geboren, wurde Ingrid Haebler zunächst bei Heinz Scholz in Salzburg aus-
gebildet, wo sie 1949 ihr Examen am Mozarteum ablegte und dafür gleich mit der Lotte Lehmann-Medaille der Mozarteum-Gesellschaft ausgezeichnet wurde. Ingrid Haeblers eigent-
liche Karriere begann 1954, als sie in Genf den Internationalen Schubert-Wettbewerb und in München den ARD-Wettbewerb gewann. Seitdem konzertierte sie auf allen Kontinenten mit den großen Orchestern dieser Welt und unter den großen Dirigenten unserer Zeit. Zuletzt feierte sie im New Yorker Lincoln Center im Rahmen des Mostly Mozart Festivals und im Amsterdamer Concertgebouw wahre Triumphe, ganz abgesehen von ihren jeweils im Herbst stattfindenden jährlichen Konzertreisen nach Japan.

Im Alter von 80 Jahren hatte die heute 93-jährige Pianistin entschieden, sich von der Bühne zu verabschieden und aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Als "stille Sensation" empfanden die Salzburger Nachrichten ihre Konzerte, als Ingrid Haebler 1998 noch einmal bei den Salzburger Festspielen auftrat. Und ihre letzten Konzerte, die sie 2005 in Amsterdam, Bonn, Leverkusen und Wuppertal gab, wurden vom Publikum mit standing ovations und von der Presse mit enthusiasti-
schen Kommentaren gefeiert.

Im Zentrum ihres künstlerischen Wirkens standen stets die Werke der Wiener Klassik, insbe-
sondere Mozart und Schubert, wobei allerdings auch Haeblers Schumann- und Chopin-Auf-
nahmen nicht unerwähnt bleiben dürfen. Viele ihrer Einspielungen wurden mit renommierten Schallplattenpreisen ausgezeichnet. In den 1960er und 1970er Jahren galt sie quasi als Mozart-Institution. Auch für ihre Schubert-Aufnahmen, von dem sie u.a. sämtliche Sonaten für Klavier eingespielt hat, gilt sie heute gleichermaßen als Legende wie für ihr Mozart-Spiel:

„Doch Mozart und Schubert von ihr, ja selbst ihre Schumann-Aufnahmen, sind heutzutage fast so legendär, dass man sie keiner genauen neueren Betrachtung unterziehen muss.“
[Carsten Dürer / Piano News, Juni 2022]

www.swr.de/swr2/musik-klassik/ingrid-haebler-the-philips-legacy-100.html

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2006
"Wer Ingrid Haebler über die Jahrzehnte immer wieder in Konzerten oder Kammermusikabenden erleben durfte, war beeindruckt von der Klarheit und Lebendigkeit ihres Mozart- Haydn-, Schubert- und Schumannspiels.(...) Expressivität und spielerische Brillanz fanden sich in oft bestrickender Balance. Haeblers Mozartspiel zeichnete sich durch feine innere Gespanntheit und Gelassenheit aus, aber auch durch eine Weite des Gefühls, die den Komponisten mit seiner Ausdrucksmacht ins nächste Jahrhundert verwies, ohne dabei die stilistischen Grenzen zu verletzen: auch dies ein perfekter Balanceakt."

Kölner Stadt-Anzeiger, 8. November 2005
"Doch erst wem es dann noch gelang, diesem struktur-strengen Ernst eine sanfte Poetisierung zu schenken oder Akzente als gleichsam halbe Ausrufungszeichen mitten im Satz zu setzen, wem dies also gelang, der war im Mozart-Kosmos eine Sonne. Als Ingrid Haebler im Erholungs-
haus nun einen Klavierabend mit Werken von Mozart gab, da leuchtete, strahlte und wärmte ihre Kunst wie eh und je. (...) Es war ein wissendes Mozart-Spiel der geistigen Größe und seelischen Reife, eine Sensation der Stille. Und weil solche Sensationen in unserer Zeit immer seltener werden, muss unser Dank umso inniger, wenngleich auch um so hilfloser, ausfallen. Aber wie könnte es im Angesicht der Ewigkeit schon anders sein."

Taunus Zeitung, 20. September 2005
"Am Flügel unterstrich Ingrid Haebler den schmeichelhaften Charakter des Konzertes. Mit sanfter und behutsamer Tongebung brillierte sie besonders im Binnensatz, den sie mit spannungs-
reichen und zart gestalteten Melodiebögen gestaltete. In den Ecksätzen knüpfte sie an alte Tradi-
tionen an, klassische Werke nicht zu temperamentvoll anzugehen."

Nieuwe Rotterdamsche Courant Handelsblad, 30. August 2005
"Piano-Legende Haebler spielt Mozart mit Liebe! (...) Sie ist eine Koryphäe aus lange vergan-
genen Jahren und inzwischen eine Legende. (...) Und das hört man an ihrem graziösen, ein-
fühlsamen Spiel, woraus auch ihre warme Persönlichkeit hervortritt. Äußerlichkeiten sind nicht von Belang, Haebler erkundet die innere Seele der Musik mit liebevoller Andacht für Struktur und Klang."

Trouw, 31. August 2005
"Ihr Mozart-Spiel hat noch nichts an Klarheit eingebüßt und scheint an Aussagekraft nur zuge-
nommen zu haben in den vergangenen 25 Jahren. (...) Im ersten Teil wußte Ingrid Haebler mit wenigen Mitteln viel musikalische Effekte zu erzielen. Die Balance mit dem klar und leicht spielenden Orchester war großartig. Im Largetto war die Einfachheit von Haeblers Einsatz ergreifend."

 

Hörprobe